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Herzlich willkommen auf der Homepage des Automobilarbeiterratschlags!

Vom 17. - 20. Mai hat in München der 7. Internationale Automobilarbeiterratschlag selbst organisiert und erfolgreich mit über 600 Teilnehmern stattgefunden! Aus mindestens 18 Ländern waren mehr als 60 internationale TeilnehmerInnen angereist, von Brasilien bis Südkorea, von Südafrika bis Norwegen.

Einstimmig wurde die Abschlusserklärung verabschiedet, die unter dem Motto „Automobilarbeiter machen mobil – weltweit“ zur Vorbereitung der 1. Internationale Automobilarbeiterkonferenz 2014/2015 mit verbindlicher, solidarischer und gleichberechtigter Zusammenarbeit und klaren Regeln aufruft. Und sogar der Ort ist schon klar: Sindelfingen.

Arbeiter aus 14 Werken von GM/Opel/ PSA trafen sich und erklärten:"Wir erklären an die Adresse von GM: wenn ihr dachtet, eure in den letzten Wochen verkündeten Attacken würden unsere Spaltung verstärken, müssen wir euch enttäuschen. Im Gegenteil, wir haben uns enger denn je zusammengeschweißt." Der aktuelle Kampf gegen die geplanten Werksschließungen von Opel Bochum, PSA Aulney und PSA Madrid ist unser aller Kampf!

Begeisternd und bewegend war das große Zusammengehörigkeitsgefühl und gegenseitige Vertrauen. Ein Höhepunkt war die Begrüßung einer griechischen Delegation der streikenden Stahlarbeiter von Aspropirgos und ihre Würdigung durch südkoreanische Kämpfer der Ssangyong-Betriebsbesetzung von 2009. Die internationale Arbeiterbewegung muss über Länder- und Branchengrenzen zusammen halten!

Gemeinsam sind wir stark – im Kämpfen, Streiten und Feiern.

Es waren unvergessliche Tage, die zur weiteren Stärkung der internationalen Arbeitereinheit anspornen.

 

7. IAAR, Pressesprecher Presseerklärung vom 19.5.2012

 

Dieser Ratschlag kommt genau zum richtigen Zeitpunkt!

Mit den noch zum Wochenende angereisten Teilnehmern beraten sich mindestens 500 Kolleginnen und Kollegen aus Automobil- und Zulieferbetrieben mit ihren Familien im Berufsschulzentrum Riesstraße 40 in München. Sie kommen aus 20 Ländern und allen Teilen Deutschlands.

Mit einem bewegenden Auftakt mit Kranzniederlegung in der KZ-Gedenkstätte zogen sie die Lehren aus der bisher tiefsten Niederlage der deutschen Arbeiterbewegung: Schaffen wir die internationale Einheit der Arbeiterbewegung und überwinden wir jede Form der Spaltung, die uns dabei im Wege steht.

Lebendig wurde diese Einheit der Automobilarbeiter und ihrer Familien über Betriebs- und Ländergrenzen hinweg bereits bei der Vorstellung und Begrüßung der internationalen Teilnehmer am Donnerstagabend.

Auf bisher sechs Ratschlägen haben sich Kolleginnen und Kollegen aus den verschiedenen Betrieben bzw. Standorten der Automobil- und Zulieferindustrie kennen gelernt, Erfahrungen ausgetauscht, Verbindung aufgenommen und in der Organisierung der gegenseitigen Solidarität Vertrauen aufgebaut. Der 7. Internationale Automobilarbeiterratschlag sagt deshalb jetzt: die Zeit ist reif, einen Schritt weiter zu gehen und zu einer verbindlicheren Koordinierung zu kommen.

General Motors hätte sich sicher keinen schlechteren Zeitpunkt aussuchen können, die Schließung des Opel-Werks in Bochum zu verkünden. Kolleginnen und Kollegen aus Opel- und GM-Werken können sich so direkt beraten, wie sie den gemeinsamen internationalen Kampf um jeden Arbeitsplatz und gegen diese Schließung organisieren und die Spaltung zwischen den Standorten überwinden und bekräftigten: „Das wird eine erste Nagelprobe für unsere künftige Koordinierung.“ Beraten werden kann auch direkt, wie die Unterstützung dieses Kampfs durch die Automobilarbeiter auf der ganzen Welt organisiert wird.

Ein Opel-Kollege versprach: „Wir werden nicht schweigend untergehen. Wir werden Kämpfen für unsere Arbeitsplätze, für unsere Familien, für die Zukunft unserer Kinder, die Stadt und die ganze Region.“

Solidarische Grüße gingen auch an die Demonstration in Südkorea zu Ehren des 22. an den Folgen der brutalen Niederschlagung des Streiks der Ssangyong-Kollegen gestorbenen Kollegen. Mit einer Schweigeminuten wurde der Kollege geehrt.

In der Diskussion des Weltberichts wurde deutlich: Die leben und kämpfen unter unterschiedlichen Bedingungen, aber sie stehen weltweit vor ähnlichen Auseinandersetzungen und Herausforderungen. Sie werden zu einer Macht, wenn sie sich organisieren, die Spaltung überwinden und ihre Trümpfe ausspielen.

In acht Foren wurde dann konkret Erfahrungen ausgetauscht und beraten, wie in den Gewerkschaften die Zusammenarbeit der internationalen Gewerkschaftsbasis organisiert und im Kampf die Demokratie durchgesetzt wird, wie die Automobilarbeiter ihre Verantwortung für den Kampf um die Rettung der natürlichen Lebensgrundlage der Menschheit wahrnimmt, erfolgreich gegen Mobbing und politische Unterdrückung kämpft und den Kampf gegen die weltweite Ausdehnung der Leiharbeit führt. Beraten wurde auch bereits, wie die notwendige internationale Koordinierung aussehen kann und organisiert wird. Diese Diskussion wird morgen im Abschlussplenum im Zentrum stehen.

Heute steht in konzernbezogenen Forem im Vordergrund, wie die einzelnen Konzerne um den Weltmarkt kämpfen, dabei ihre Belegschaften angreifen, aber auch in ganzen Städten, Regionen und Ländern das ganze Leben prägen und ihren Interessen unterordnen. Diskutiert wird dabei, wie die Spaltung in einzelne Werke oder Konzernteile bewusst überwunden und der Schulterschluss zwischen den verschiedenen Standorten organisiert wird.

Automobilarbeiter können mehr als Autos bauen und überwinden die Unterschätzung der Umweltfrage in dem sie sich für umweltschonende Verkehrssysteme einsetzen und mit der Initiative für eine Umweltgewerkschaft zur die Einheit der Produktion und der Natur mit der Rettung der Umwelt vor dem Profitsystem zu ihrer Sache machen.

Die Einheit von Frauen- und Arbeiterbewegung ist für die internationale Arbeitereinheit zwingend , in den Familien, im Betrieb in den Städten und mit der kämpferischen organisierten Frauenbewegung.

Heute Abend wird ein sicherlich begeisterndes und fröhliches internationales Fest gefeiert werden.

 

Begrüßung der Delegation der streikenden griechischen Stahlarbeiter auf dem 7.IAAR

Begrüßung der Delegation der streikenden griechischen Stahlarbeiter auf dem 7.IAAR

(Georgiou Jordanis, Panagiotis Katsaros, Sophia Roditi, Ulrich Ittermann, von links)

Mit riesiger Begeisterung empfingen wir am Samstag den 19.05.12 Sophia Roditi – Sprecherin der Frauen der streikenden Stahlarbeiter und Panagiotis Katsaros Streikführer und betrieblicher Gewerkschaftssekretär. Seit 202 Tagen streiken die griechischen Stahlarbeiter und ihre Reihen sind von Anfang an fest und unüberwindlich für Streikbrecher.

‚Vor 7 Monaten war ich eine Hausfrau zu Hause und nun bin ich Sprecherin der streikenden Stahlarbeiterfrauen. Als mein Mann nach Hause kam und erzählte dass sie streiken fragte ich mich wie sollen wir als arme Familie dies durchhalten. Aber dann kamen schon in der 1. Streikwoche aus der ganzen Welt Solidaritätsschreiben.‘ (Sophia Roditi)

‚Wir kämpfen gegen die Werkleitung, die Konzernleitung und gegen die Regierung und alle die gegen uns sind. Wir wollen bis zum Sieg über die Kapitalisten-Klasse kämpfen.‘ (Panagiotis Katsaros).

Wir fühlen uns geehrt durch die Teilnahme der beiden Vertreter der streikenden griechischen Stahlarbeitern an unserem Ratschlag was bis kurz vor ihrem Flug noch in Frage stand. Sie mussten die ursprünglich geplante Veranstaltungsreihe in mehreren deutschen Städten absagen. Sophia und Panagiotis wollten ihre Kollegen nicht alleine lassen da sie mit einem massiven Polizei-Einsatz rechneten.

Gerne boten wir den griechischen Stahlarbeitern und ihren Frauen auf unserem internationalen Ratschlag die Möglichkeit zu den aus 20 Ländern versammelten Automobilarbeitern zu sprechen. Es waren sehr bewegende Momente, besonders als die Delegation der südkoreanischen Gewerkschaft KMWU von Ssangyong zur Begrüßung ihre roten Kopfbänder überreichten. Diese Kopfbänder bekommen in Korea nur starke und verdiente Kämpfer.

Kurz vor Ankunft der griechischen Kollegin und Kollegen gedachte der Ratschlag mit einer Schweigeminute des Tags zuvor verstorbenen 22. Opfer der Kämpfe 2009 um das von den Kollegen besetzte Ssangyong -Werk.

 

Programm des 7. IAAR

Programm

Donnerstag, 17. Mai 2012

14 Uhr:Besichtigung KZ-Gedenkstätte
Dachau mit Kranzniederlegung
18:30 Uhr:Festlicher Empfang mit Büfett

Freitag, 18. Mai 2012

9–10:30 Uhr:Begrüßung,Weltbericht und Impulsreferat zur Umwelt
11–12.30 Uhr:Diskussion Weltbericht
14:30–18 Uhr:Foren zu verschiedenen Themen
19 Uhr:Grillabend ...
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Solidarität mit dem Kampf der Belegschaft von NedCar (Mitsubishi) in Born / NL

Resolution des Vorbereitungstreffens für den 7. Internationalen Automobilarbeiterratschlag am 12.2.2012 in Rüsselsheim

 

Solidarität mit dem Kampf der Belegschaft von NedCar (Mitsubishi) in Born / NL

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

In Rüsselsheim sind etwa 50 Kolleginnen und Kollegen aus der Autoindustrie in Deutschland und Spanien zusammengekommen um den 7. Internationalen Automobilarbeiterratschlag vorzubereiten. Wir möchten unsere Solidarität mit eurem Kampf gegen die Werksschließung ausdrücken und Euch vollen Erfolg wünschen.

Eiskalt wollen die Mitsubishi-Bosse die Existenz von Tausenden Familien vernichten. Das kann niemals akzeptiert werden. Wenn die Kapitalisten nicht in der Lage sind, das Werk mit der Produktion von Autos mit Verbrennungsmotoren auszulasten, dann fordern wir gleichwertige Arbeitsplärze in der Produktion von umweltverträglichen Gütern wie Verkehrssysteme mit Null-COs-Emission.

Wir unterstützen euren Kampf um jeden Arbeitsplatz. In Antwerpen bei Opel wurden die Kolleginnen und Kollegen bis zum letzten Tag mit der Hoffnung auf einen neuen Investor vertröstet und vom Kampf abgehalten, bis sie zuletzt mit leeren Händen nach Hause gehen mussten. Wir Arbeiter haben es nicht nötig, wie die Sklaven auf einen neuen Käufer zu warten. Wir wollen nützliche Produktie für die Menschen herstellen, und wir fordern von den Kapitalisten und vom Staat, Arbeitsplätze dafür zu organisieren. Wenn sie dazu nicht in der Lage sind, dann müssen wir uns für die Zukunft unserer Familien nach einem besseren System umsehen.

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Wir möchten Euch ganz herzlich zum 7. Internationalen Automobilarbeiterratschlag vom 17. bis 20. Mai 2012 in München einladen. Auch die Belegschaften von Opel und andere sind von Werksschließungen bedroht. Lasst uns die Erfahrungen austauschen und über den gemeinsamen Kampf beraten. Wir sollten in Verbindung bleiben.

 

Ihr erreicht uns über E-Mail info@automobilarbeiterratschlag.de

Weitere Informationen findet ihr auch auf unserer Homepage www.iaar.de

 

Mit herzlichen und solidarischen Grüßen

Eure Kollegen aus Deutschland und Spanien

 

Internationales Kampfprogramm der kämpferischen Automobilarbeiterbewegung in der Weltwirtschaftskrise

Der 6. internationale Automobilarbeiterratschlag fand vom 15. bis 18. Oktober 2009 in Hannover statt. 450 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 16 Ländern - dabei Arbeiterinnen und Arbeiter aus über 70 Standorten der Automobil- und Zulieferindustrie, Familienangehörige, sowie Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bereichen berieten, wie wir den neuen Herausforderungen für den Kampf der Automobilarbeiter in der Weltwirtschaftskrise und angesichts der globalen Umweltkrise begegnen.

Tatsächlich sind wir bisher erst noch mit den Vorboten einer umfassenden Neuorganisation der Weltautoindustrie konfrontiert. Es gibt zur Zeit weltweit Produktionskapazitäten von 94 Millionen Autos, bei einem Absatz von 55 Millionen Autos im Jahre 2009. Vom kapitalistischen Standpunkt sind das Überkapazitäten, die in einer gegenseitigen Vernichtungsschlacht der Konzerne auf dem Rücken Hunderttausender Arbeiter und ihrer Familien „abgebaut“ werden sollen. So kommt die enorm gewachsene Produktivität nur den Maximalprofiten und dem Kampf um Weltmarktanteile zu Gute statt den Arbeitern. Dabei haben wir diese Produktivität mit unserer Arbeit geschaffen. Mit einem Bruchteil der Werte, die in der Krise vernichtet werden, könnte Hunger und Armut in der Welt beseitigt und der Weltenergiebedarf durch erneuerbare Energien gedeckt und auf neue umweltfreundliche Systeme des Individual- und Massentransports umgestellt werden.

In einigen abhängigen und unterdrückten Ländern und in Osteuropa wurden die Krisenlasten mit Werksschließungen und Lohnkürzungen unmittelbar auf die Masse der Bevölkerung abgewälzt. In den westeuropäischen Ländern und auch zum Teil in den USA wurden auf Kosten der Staatshaushalte die Krisenfolgen mit Kurzarbeit, Abwrackprämie und Abfindungen vorläufig abgedämpft, um Protesten, Widerstand oder gar der internationalen Arbeitereinheit in den großen Stammwerken und Städten der Automonopole vorzubeugen. So wurden über 100 Milliarden Dollar weltweit an Subventionen an die Autokonzerne gezahlt.

Unter der Losung fast aller Autokonzerne „Gewinner aus der Krise“ werden zu wollen, sollen die Arbeiter in verschärfte Konkurrenz gegeneinander getrieben und soziale Rechte und Errungenschaften, die über Jahrzehnte erkämpft wurden, abgebaut werden.

Mit dieser sprunghaften Entwicklung müssen wir auch einen großen Schritt vorwärts im Niveau, der Entwicklung und Koordinierung unserer Solidarität und unserer Kämpfe machen. ...

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